Überbrückungshilfe Phase 2

29.10.2020 | Aktuelles

Überbrückungshilfe Phase 2

Entgegen aller Hoffnungen steigen die Zahlen der Corona positiv Getesteten weiterhin an. Die meisten Branchen sind noch immer weit entfernt vom Normalbetrieb – und einige Lockerungen werden schon wieder zurückgenommen. Auch für die kommenden Monate werden viele Geschäfte daher nur eingeschränkt geöffnet sein, Aufträge bei Dienstleistern ausbleiben oder verschoben werden. Daher hat die Bundesregierung beschlossen, die Corona-Überbrückungshilfe um eine 2. Phase für die Monate September bis Dezember 2020 zu verlängern.

Der Plan ist, einerseits Unternehmen zu unterstützen, bei denen aufgrund der geltenden Abstands- und Hygienemaßnahmen nur reduzierte Kapazitäten zugelassen sind (etwa in der Gastronomie), andererseits aber auch den Branchen zu helfen, die noch immer fast vollständig stillgelegt sind (wie z.B. die Schausteller- oder die Veranstaltungsbranche). Und auch viele Unternehmen, die erst nachgelagert allmählich die Folgen der Pandemie spüren, können nun auf Hilfe hoffen. Denn für die 2. Phase der Überbrückungshilfe wurden die Zugangsvoraussetzungen erweitert und die Förderquoten angehoben. Somit sollen mehr Unternehmen Zugang zur Überbrückungshilfe erhalten und mehr Fixkosten vom Staat getragen werden.

 

Ablauf

Allgemeines
Anträge zur Überbrückungshilfe 2 werden über das gleiche Onlinesystem gestellt wie bereits in der ersten Runde. Wir haben daher umfangreiche Erfahrungswerte sammeln können. Zudem hat die erste Runde gezeigt, dass das System sehr gut funktioniert und die Bewilligung sowie die Auszahlung zeitnah erfolgen. Dies verspricht auch für die zweite Runde schnelle finanzielle Hilfe.

Benötigte Unterlagen bei bestehenden Mandanten
Da in der zweiten Runde die Monate September bis Dezember 2020 gefördert werden sollen, benötigen wir von Ihnen:

-Schätzungen der monatlichen Umsätze sowie
-Schätzungen der monatlichen Ausgaben (inkl. beispielsweise zur Umsetzung von speziellen Hygienekonzepten).
-Zudem benötigen wir Nachweise über ggf. in den vergangenen Monaten neu abgeschlossene Verträge (Ausgaben).

Anhand dieser Dokumente erstellen wir dann den Antrag, den wir Ihnen zur Durchsicht zukommen lassen. Nach Ihrer Freigabe übermitteln wir die Werte über die Plattform an die Bezirksregierung.

Nach Ablauf der Förderphase müssen wir dann noch eine Endabrechnung mit den tatsächlich erzielten Einnahmen und getätigten Ausgaben einreichen. Bitte beachten Sie, dass auf Basis der endgültigen Zahlen eventuell auch Rückzahlungen anfallen können.

Benötigte Unterlagen bei Neumandanten
Wie bereits in der ersten Runde rechnen wir auch bei der Überbrückungshilfe 2 wieder mit Anfragen von Neumandanten. Bitte sprechen Sie uns in diesem Fall persönlich an. Hier benötigen wir deutlich umfangreichere Unterlagen, da wir zum Beispiel die Vorjahreswerte nicht kennen. Gerne können Sie uns in diesem Fall die gesamten Buchhaltungsdaten neben den Schätzungen für die Förderphase zur Verfügung stellen. Darüber hinaus benötigen wir die entsprechenden Verträge sowie einige persönliche Angaben.

 

Tipps
Aufgrund der Erfahrungen bei der Überbrückungshilfe 1 sowie der inzwischen bereits verfügbaren Unterlagen zu der Förderung können wir Ihnen auch einige Tipps mit auf den Weg geben:

Umsatz
Der Begriff „Umsatzerlöse“ entspricht dem Umsatzsteuergesetz. Maßgebend für die Berücksichtigung der Umsatzerlöse ist grundsätzlich die wirtschaftliche Verursachung. Bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern kann alternativ das Zufluss Prinzip angewandt werden (Wahlrecht!).

Auch zweifelhafte Forderungen sind generell als Umsatzerlöse zu berücksichtigen. Nur Forderungen, für die ein Mahnbescheid beantragt wurde, sind hiervon ausgenommen. In Einzelfällen sollte daher gegebenenfalls noch die Beantragung eines Mahnbescheides erfolgen.

Der Eigenverbrauch (Pkw-Nutzung) ist als Umsatz zu berücksichtigen. Um dies zu umgehen, besteht die Möglichkeit, das Kfz in dem Förderzeitraum gar nicht zu nutzen. Als Nachweis, dass keine Nutzung erfolgt ist, sollte zu Beginn und am Ende des Förderzeitraumes ein Foto vom Kilometerzähler des Fahrzeuges (mit Datum) gemacht werden. Dies könnte gerade bei sehr knapp an den Fördergrenzen liegenden Umsatzwerten sinnvoll sein.

Verbundene Unternehmen
Ein verbundenes Unternehmen im Sinne der Überbrückungshilfe liegt (unabhängig von der Rechtsform) vor, wenn mehrere rechtlich selbständige Unternehmen direkt oder indirekt unter dem beherrschenden Einfluss derselben Person(en) stehen und denselben Markt bedienen. Sofern verbundene Unternehmen vorliegen, gelten für den gesamten Verbund einheitliche Umsatzgrenzen und Erstattungssätze. Für den gesamten Verbund kann nur ein Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt werden. Leistungsbeziehungen innerhalb des Unternehmensverbundes werden weder als Umsatzerlöse noch als Fixkosten berücksichtigt. Unser Tipp: Der Antragsteller kann selbst entscheiden, wie die Überbrückungshilfe auf die einzelnen Unternehmen innerhalb des Verbundes verteilt wird. Dabei kann auch die steuerlich günstigste Lösung gewählt werden.

Darlehen statt Stundung
Eine Stundung führt zur Verschiebung der Fälligkeit. Gestundete Kosten können erst bei Fälligkeit berücksichtigt werden. Wird statt einer Stundung ein Darlehen vereinbart, hat dies keinen Einfluss auf die Fälligkeit. Die Kosten können so als Fixkosten berücksichtigt werden, obwohl noch keine Zahlung erfolgt ist.

Jahresabschlusskosten
Kosten für die Jahresabschlusserstellung können berücksichtigt werden, sofern sie im Förderzeitraum erstmalig fällig sind. Jahresabschlussrechnungen für Unternehmen, die Überbrückungshilfe beantragen, sollten daher bis zum 31.12.2020 gestellt und fällig sein. Sollte eine Fertigstellung des Jahresabschlusses bis zum 31.12.2020 nicht möglich sein, sollten unbedingt Vorarbeiten abgerechnet werden. Sollten Sie dies wünschen, geben Sie uns bescheid.

Renovierungskosten
Kosten für die Renovierung einer betrieblichen Immobilie sind als Fixkosten förderfähig, sofern sie im Förderzeitraum fällig sind. Es ist daher ratsam, Renovierungsarbeiten in den Fördermonaten durchführen zu lassen. Hierunter können auch Umbauten etc. zur Umsetzung eines Hygienekonzeptes fallen.

Zahlungen an Gesellschafter
Zahlungen von einer Personengesellschaft an ihren Gesellschafter (natürliche Personen), z.B. aus der Überlassung von Wirtschaftsgütern, Rechten oder Geldmitteln, werden als förderfähige Fixkosten anerkannt, soweit es sich nicht um einen Unternehmensverbund handelt. Die Geschäftsführergehälter sind allerdings nicht förderfähig

 

Auftragserteilung
Wenn wir die Überbrückungshilfe 2 für Sie beantragen sollen, bitte wir Sie um schriftliche Auftragserteilung – gerne per Mail. Wir würden dann in einem ersten Schritt die Vorrausetzungen noch einmal prüfen und dann weitere Unterlagen und Informationen anfordern. Bitte beachten Sie, dass es sich um eine kostenpflichtige Leistung handelt, die wir zusätzlich berechnen. Die Kosten selbst werden allerdings in den Förderantrag mit aufgenommen. In einfachen Fällen rechnen wir mit einer Beratungsrechnung in Höhe von rund 500 € netto; bei aufwändigeren Prüfungen oder Neumandanten können die in Rechnung gestellten Kosten auch höher ausfallen.

 

Alle Angaben haben wir zum aktuellen Stand nach besten Wissen zusammengestellt, allerdings ohne Gewähr.
Gerne helfen wir Ihnen auch bei diesem Förderverfahren weiter.


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